Stellenausschreibung

Für das Mädchenhaus Harz, eine Einrichtung der  stationären Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII §27 ff., sucht der Verein Frauen für Frauen e.V. Osterode BezugsbetreuerInnen mit Profil, Erfahrung und systemischer Lebens- und Arbeitshaltung.

Neben den allgemeinen berufsprofilentsprechenden Aufgaben erwarten wir eine klientenindividuelle ressourcenorientierte  und optimale Ausrichtung der Arbeit auf Wertschätzung, Selbstwert und Selbständigkeit durch die Orientierung des pädagogischen Handelns unseren ideellen und konzeptionellen Arbeitsgrundlagen.

 

Wir wünschen uns Bewerbungen von:

Erzieher/Innen, Sozialarbeiter/Innen, Sozialpädagogen/Innen, Psychologen/Innen

mit

  • abgeschlossener Berufsausbildung/
  • abgeschlossenem Studium und Berufserfahrung
  • guten sozialpädagogischen und methodischen Kompetenzen
  • Übernahme von Verantwortung im Rahmen bezugstherapeutischer Arbeit
  • regelmäßige Reflektion des eigenen Handelns und Wirkens
  • sowie kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und des professionellen Selbstverständnisses
  • Fähigkeit des Selbstmanagements bei zeitlicher Flexibilität
  • Kenntnisse über M.E.T. , homöopathischen und osteopathischen Verfahren, systemischen Methoden und genografischer Arbeit

Wir bieten einen Arbeitsplatz in Teilzeit (30h/Woche) an unserem Standort in Osterode mit an den üblichen Tarifen angelehnten Vergütungen und umfangreichen internen und externen Fort- und Weiterbildungen.

 

Bewerbungen senden Sie bitte an:

Frauen für Frauen

Schutz-, Beratungs- und Informationszentrum e.V.

Am Schilde 29, 37520 Osterode am Harz

oder per E-Mail an: frauenfuerfrauen-osterode@t-online.de




17/12 2011:
Nein zu Gewalt gegen Frauen


Frauen für Frauen e.V. Osterode – Aktionsprogramm zum Gedenktag 25.November

 

Am 25. November 1960 wurden die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal wegen ihrer politischen Aktivitäten gegen die Diktatur Trujillo vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet. Das Schicksal der Mirabal-Schwestern gilt seither als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. Das Todesdatum der drei Schwestern wurde 1981 zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen. Seit Jahren sind die Tage rund um den 25.November Hauptaktionstage für Protestveranstaltungen der Frauenbewegung gegen die Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung von Frauen.

 

Auch der Frauennotruf und die Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt  (BISS) des Landkreises Osterode am Harz, in Trägerschaft des Vereins Frauen für Frauen e.V. initiieren seit Jahren Aktionen anlässlich dieses Gedenktages.

 

Nach der feierlichen Hissung der „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ – Flagge , präsentierte Astrid Rademacher, Frauennotruf Osterode, in diesem Jahr  in Kooperation  mit der Hauptschule Neustädter Tor, ca. 30 Jungen und Mädchen der 9. Und 10.Klasse einen Film zum Themenschwerpunkt „Zwangsverheiratung“. Anschließend wurde der Film thematisch in Kleingruppen unter pädagogischer Anleitung ausgewertet und besprochen, sowie regionale und überregionale Hilfsangebote vorgestellt.

 

Als „Humanitäre Schule“ sind Veranstaltungen zu menschenrechtsbezogenen Themen keine Seltenheit an der HS Neustädter Tor, so begrüßten die Rektorin Frau Schröter sowie das Kollegium den vom Verein kargah in Kooperation mit dem Nds. Ministerium für Frauen, Jugend und Soziales konzipierten / entwickelten/ erstellten / gedrehten Film, in dem 7 junge, mutige Frauen ihren persönlichen Weg aus gewalttätigen, zwangausübenden Familienstrukturen vorstellen und betroffene Mädchen und Frauen zur Nachahmung auffordern.

LehrerInnen und SchülerInnen bedankten sich für die Impulse und nahmen Inhalte und Gedanken mit in den weiteren Unterricht.

 

Im Anschluss zum Workshop an der HS Neustädter Tor trafen sich Geschäftsführung und Leitung des Vereins Frauen für Frauen e.V. mit Herrn Bürgermeister Becker zur Flaggenhissung an den Geschäftsräumen des Vereins „Am Schilde 29“. Im Gespräch mit den aktiven Frauen betonte Becker die hochwertige Professionalität der sozialen Arbeit und bedankte sich für das professionelle Engagement der mittlerweile über 30 MitarbeiterInnen. Becker untermauerte die Wichtigkeit des frauenspezifischen Ansatzes für die Region und zeigte sich erfreut über die Wachstumspläne des Vereins. 




„Runder Tisch Häusliche Gewalt” vereinbart weitere Zusammenarbeit 200 Fälle häuslicher Gewalt pro Jahr

Von Kerstin Pfeffer-Schleicher

 

KREIS OSTERODE. Die Vorstellung örtlicher Hilfsangebote und die Ermittlung der Schnittstellen in der Zusammenarbeit waren Anlass für die Zusammenkunft des „Runden Tisches Häusliche Gewalt”, zu der der Frauennotruf des Landkreises und die Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) eingeladen hatten.

 

Sabine Heinecke, Geschäftsführerin des Vereins Frauen für Frauen als Träger beider Einrichtungen, wies darauf hin, dass der Landkreis die Mittel für den Notruf auf weniger als die Hälfte gekürzt hat. Als gravierendste Konsequenz nannte sie neben anderen Einschränkungen die Besetzung mit nur noch einer halben Stelle – und das bei steigenden Fallzahlen. Die übrigen Teilnehmer teilten Heineckes Sorge, dass die Arbeit für betroffene Frauen dadurch erschwert werde. Da sich ihre Mandantinnen häufig erst nach einem Gespräch mit dem Notruf einen Rechtsbeistand suchten, sah Anwältin Heike Hofmann in der Einrichtung „einen wichtigen Begleiter für Betroffene”. „Der Frauennotruf bietet Beratung und Unterstützung für Frauen in besonders belastenden Lebenssituationen”, erklärte Astrid Rademacher, zugleich für die BISS zuständig. Dazu zählten häufig physische und psychische Gewalt, Stalking, sexueller Missbrauch, Trennung, aber auch Verschuldung, Mobbing oder Suchtprobleme. In Gesprächen werde der individuelle Hilfsbedarf ermittelt und gegebenenfalls würden die Frauen an andere Institutionen weitervermittelt.

 

Als Besonderheit der Beratungs- und Interventionsstelle führte Rademacher den „proaktiven Ansatz” an. Alle polizeilich aufgenommenen Fälle häuslicher Gewalt würden der Einrichtung gemeldet, die Kontakt zu den Betroffenen aufnimmt. Da Gewalterfahrungen stark belastend seien, werde das professionelle und unbürokratische Hilfsangebot zumeist angenommen. Zu etwa 200 Fällen häuslicher Gewalt pro Jahr wird die Polizei im Landkreis gerufen, berichtete Dirk Schubert, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Osterode/Northeim. Der Opferschutz stehe nach der geänderten Gesetzgebung im Vordergrund.

 

„Viele Frauen finden erst über den Kontakt mit anderen Institutionen den Weg ins Frauenhaus”, schilderte Dagmar Widrat. Konfrontiert werde sie bei ihrer Arbeit mit allen Facetten von erlebter Gewalt. Angesichts der komplexen Problematik sei eine effiziente Kooperation in Netzwerken besonders wichtig, betonte sie. Dieser Einschätzung schlossen sich die übrigen Akteure des Runden Tisches an.




„Djuna Barnes - Solange es Frauen gibt, wie sollte da etwas vor die Hunde gehen“


Jutta Seifert im strengen Kostüm auf der Bühne. Foto: Kerstin Pfeffer-Schleicher

Von Kerstin Pfeffer-Schleicher

 

OSTERODE. Im strengen Kostüm, auf hohen Hacken, mit Stock und Hut kam sie hereinstolziert, und von da an nahm sie, ganz Grande Dame, die Bühne ein und konnte sich der Aufmerksamkeit ihrer Zuschauerinnen gewiss sein. Mit „Djuna Barnes - Solange es Frauen gibt, wie sollte da etwas vor die Hunde gehen“ präsentierten der Frauen-Notruf und der Verein Frauen für Frauen am Freitag in der Kurt-Schröder-Halle ein höchst amüsantes, kluges Theaterspiel.

 

Eine literarisch-boshafte Vorstellung hatte die Schauspielerin Jutta Seifert versprochen, und die bekam das Publikum. Mit Verve schlüpfte die Mimin in die Rolle der Djuna Barnes und beleuchtete mit den Texten der exzentrischen amerikanischen Schriftstellerin die 1920er Jahre, die Themen Männer, Liebe, Altern, gesellschaftliche Konventionen und das Leben überhaupt, entlarvte mit scharfer Beobachtungsgabe das Gebaren der Boheme ebenso wie die eigenen Befindlichkeiten. Mal bissig, mal frivol, dann wieder selbstironisch waren die Kommentare und Erkenntnisse der Barnes, die Jutta Seifert so überzeugend kolportierte.

 

Und voller schwarzen Humors, wenn sie im „Anstandsbuch des Todes“ die geeignete Selbsttötungsart für Frauen je nach Haarfarbe inszeniert oder zu dem Urteil kommt: „Manche sterben in der Jugend, andere im Alter - oftmals ist es dieselbe Person.“ Aber auch berühmte Zeitgenossinnen der Schriftstellerin wie die asketische Coco Chanel oder die weise Lilian Russel ließ die Aktrice zu Wort kommen, wechselte gekonnt die Figuren und verkörperte den Backfisch mit ausufernden Fantasien „Aus dem Tagebuch eines gefährlichen Mädchens“ ebenso glaubhaft wie, „Madame wird älter“, die von Leidenschaft geplagte Frau über Vierzig.

 

Jutta Seiferts Theatersolo bot ein erhellendes Zeitporträt mit erstaunlich zeitlosen Einsichten, in denen sich die Zuschauerinnen so manches Mal selbst erkannten; vor allem aber beste Unterhaltung auf hohem Niveau, die mehr Besucherinnen verdient gehabt hätte.







Verein Frauen für Frauen e.V.

Am Schilde 29

37520 Osterode

 

Telefon & Fax: 05522-4668

E-Mail: frauenfuerfrauen-osterode@t-online.de