14/07 2011:
Abitur - und nun?



Swinging London


London eye


Telefonzelle mit Big Ben


Beliebter Volkssport "Queuing" - Schlangestehen


Schafe in Derbyshire


Leeds Festival - Interview mit Alan Raw BBC


Die Hauptbühne vor der Eröffnung

Manchmal muss man in die Ferne schweifen, um seinen Traum zu verwirklichen

 

(KS) Endlich ist es geschafft. Die Prüfungen hat man hinter sich gebracht und stolz hält man sein Abiturzeugnis in der Hand. Genugtuung und Erleichterung machen sich breit. Doch mit ihnen auch die Ungewissheit und die Frage “Was kommt nun?”.

 

Genau vor fünf Jahren musste auch ich genau diese Frage für mich beantworten. Und das war alles andere als leicht. Welchen Weg sollte ich gehen? Ausbildung? Studium? Ausland? Ich hatte Jahre Zeit mir darüber Gedanken zu machen, aber wie so viele andere Schüler hatte ich da ganz andere Sachen im Kopf. Immer wieder habe ich gehört, dass mir mit dem Abitur alle Türen offen stehen. Es war also nun die Zeit gekommen meine ganz eigene Tür zu öffnen. Dass es die Richtige war wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Warum bist du nicht in Deutschland geblieben? So oder so ähnlich lautete des öfteren die Frage, welche mir im Freundes- und Bekanntenkreis gestellt wurde. Meine Antwort darauf lässt sich jedoch nicht in einem Satz zusammenfassen.

 

Für mich stand relative früh fest, dass ich später mal “was mit Medien” machen wollte. Doch leider musste ich enttäuscht feststellen, dass ich in Deutschland bei allen Universitäten, aufgrund meines Numerus Clausus (2,8), auf Wartelisten gekommen bin, bei einigen mit bis zu vier Jahren Wartezeit. Keinen Studienplatz in Sicht, bin ich dann mit meiner besten Freundin recht spontant mit dem Rucksack durch Irland, Schottland und England gereist. Schnell habe ich mich in Land und Leute verliebt.

 

An unserem vorletzten Abend lernten wir ein Mädchen in einem Pub kennen, das Medienwissenschaften studierte. Bei einem lauwarmen Bier (ohne Krone) erzählte sie mir von ihrem Studium, wie viel Spaß es ihr mache und, was wohl für mich am auschlaggebensten war, dass es in England, aufgrund des größeren Studienplatzangebotes, ohne Numerus Clauses sei. Zwei Wochen nach unserer Rückkehr, packte ich meinen Koffer erneut. Mit im Gepäck: ein one-way Ticket nach London.

 

Ich habe es nicht eingesehen, nicht das studieren zu können, was ich wollte, nur weil in Deutschland ein Studienplatzmangel in diesem Bereich herrscht. Wegen des guten Studienumfeldes und der weltweit angesehenen Universitäten entschied ich mich für ein Studium in England. In Leeds, im Norden Englands, um genauer zu sein. Als Au-pair überbrückte ich in Aldershot (vor den Toren Londons) die Sommermonate bis zum Studienbeginn. Zur Optimierung der englischen Sprachkenntnisse besuchte ich parallel in einer Abendschule einen Englischkurs.

 

2008 dann, nahm ich mein Studium der Medienwissenschaften an der Leeds Metropolitan University auf. Die Stadt beherbergt zwei Universitäten mit führendem Ruf und mehrere Fachhochschulen. Leeds, mit seinen mehr als 100.000 Studenten, ist die beliebteste Universitätsstadt des Königreiches. Leider haben die Vorteile im wahrsten Sinn des Wortes ihren Preis. Die jährlichen Studiengebühren belaufen sich auf £2.000 - £3.000 und sind in der Zwischenzeit auf bis zu £9.000 gestiegen. Das führte zu großen Unmut bei den Studenten und schlug sich in zahlreichen Protesten nieder. Wer nicht gewillt ist so viel Geld auszugeben, um einen Studienplatz im Fach seiner Wahl zu bekommen, für den habe ich einen Tipp: ab in eines unserer schönen Nachbarländer: Österreich und auch Holland sind bekannt für ihre NC freien Studienplätze in vielen Bereichen (besonders beliebt: Psycholgie und Eventsmanagement). Die Studiengebühren ähneln denen in Deutschland.

 

Da auch im Berufsleben alles über Referenzen läuft, legen Englische Unis viel wert darauf es ihren Studenten zu ermöglichen sich früh genug in den verschiedensten Bereichen zu engagieren und „Empfehlungen“ zu sammeln oder wie die Englander sagen: „networking“ zu betreiben. Die Leeds Metropolitan Universtiy hat hier die Nase ganz vorn. Die kulturelle Partnerschaft zwischen der Uni und dem BBC ermöglichte es mir als Aufnahmeleiter bei dem Leeds Festival (7 Bühnen / 75.000 Zuschauer) auf der BBC Bühne zu arbeiten, wo ich die Filmcrew koordinierte. So konnte ich Kings of Leon, Vampire Weekend, Radiohead, Deadmau5 and Arctic Monkeys hautnah erleben.

 

Ansonsten ist das Alltagsleben in jeder Hinsicht anders. Besonders gewöhnungsbedürftig ist das englische Frühstück, auch „fry-up“ genannt. Bratwurst kriege ich morgens nur dann runter, wenn ich am Tag zuvor zu tief ins Glas geschaut habe. Bei Längen-, Volumen-, Währungs- und Gewichtsangaben muss man sich an inch, miles, pints, lb und £ gewöhnen.

 

Doch bei aller Skurrilität ist das Leben in England kein Abenteuer. Es ist bestenfalls ein wenig anders. Besonders die Höflichkeit der älteren Inselbewohner ist nicht zu überbieten.

 

Die Menschen

Basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen kann ich mit dem Vorurteil aufräumen, dass der typische Engländer ein saufender, pöbelnder Rabauke mit Sonnenbrand ist. Sie sind zum Großteil ein sehr nettes, höfliches und hilfsbereites Volk. Sonnebrand haben sie im Sommer aber trotzdem immer.

 

Transport

Das A und O ist Schlange stehen! Am Bus, in der Bank, im Geschäft, (...). Es gilt überall außer im Pub, da ist sich jeder selbst der nächste.

Ein guter Tipp: Wenn Du zwischen 16 und 25 Jahren alt bist lohnt es sich, die Young Persons Railcard zu kaufen. Sie kostet £26 und ist ein Jahr lang gültig. Mit ihr bekommt man 30% Rabatt auf alle Zugfahrten quer durch England. Meist hat man das Geld schon nach der ersten Fahrt wieder raus. Eine gute Möglichkeit, viel Geld zu sparen und im Vergleich zur Bahncard ein wahres Schnäppchen!

In London lohnt es sich eine Oyster Card zu kaufen, welche einmalig £3 kostet. Diese kann dann mit Geld aufgeladen werden und im öffentlichen Nahverkehr in London genutzt werden. Da die Karte automatisch die günstigste Variante für eine Fahrt herausfindet, kann man auch hier viel Geld sparen.  

 

Wetter

Wenn man an England denkt, kommt einem zuerst viel Regen in den Sinn. Doch das stimmt nur halb. Das Wetter hier ist sehr wechselhaft – während es heute regnet kann morgen schon wieder die Sonne scheinen. In Leeds, wird deshalb oft gescherzt, man könne alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben.

 

Essen und Trinken

England hat mehr als nur Fish ‘n Chips zu bieten (die besten gibt es übrigens in London bei ‘Fryer’s Delight’). England vereint die verschiendensten Kulturen, und das spiegelt sich auch im Essen wieder, vom traditionellen Braten bis zum exotischen indischen Curry! Und das muss gar nicht mal teuer sein. Mein Geheimtipp: Das Angel Curry Center (5 Chapel Market, London, N1 9EZ  Telephone: 020 7837). Dort kann man 5 leckere Gänge genießen für unter £10. Auch kann man dort an den Getränken sparen, denn hier gilt BYO (“bring your own”) und man darf somit seine eigene Weinflasche mitbringen.

Das gibt es ganz oft und ist nichts außergewöhnliches. Da die Restaurants so keine “licence” zum Alkoholverkauf erwerben müssen, spiegelt sich das lediglich bei den günstigen Essenspreisen wieder und nicht bei deren Qualität. Wer Gutscheine und Vergünstigungen für einen Aufenthalt in London zugesendet bekommen möchte, dem rate ich sich bei www.toptable.com zu registrieren.

 

Mein Studium habe ich letzten Monat mit einem First Class Honours abgeschlossen. Mitte Juli werde ich dann bei meiner Graduation-Zeremonie, ganz im englischen Stil, meinen Hut in die Luft schmeissen. Und im August werde ich dann mein Volontariat bei RTL beginnen. Habe ich meinen Schritt ins Ausland bereut? Die Entscheidung nach England zu ziehen war zwar sehr überstürzt war, aber ich bereuen tue ich sie nicht. Denn wie sich herausstellte habe ich die richtige Tür geöffnet.

Bericht und Fotos: Kathrin Schwerthelm





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