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18/11 2015:
Toleranz statt Fanatismus erlebt

Bruni Prasske berichtete in der Stadtbibliothek von ihren Iranreisen

von Christian Dolle

(cd) Als Bruni Prasske zum ersten Mal in den Iran reiste, war das Bild des Landes in der westlichen Welt gerade durch den Bestseller „Nicht ohne meine Tochter“ und dessen Verfilmung geprgt. Dank Betty Mahmoodys Erfahrungsbericht glaubte hier jeder an ein Volk frauenunterdrckender Fanatiker mit tiefem Hass auf alle Andersdenkenden. „Ich habe aber total andere Menschen aus dem Iran kennengelernt“, berichtete Prasske am Freitagabend in der Osteroder Stadtbibliothek.

Die Autorin war von Terre des hommes eingeladen worden, da jeder Eindruck aus den Herkunftslndern der Flchtlinge in Deutschland Vorurteile ausrumen und Verstndnis schaffen kann. Ihre Eindrcke im Iran sammelte die Autorin Bruni Prasske bei Reisen in den Jahren 1992, 1998 und 2006, wo sie jeweils vor allem die Gastfreundschaft der Menschen und ihren Protest gegen die starren Vorschriften der Obrigkeit kennenlernte. Sie jedenfalls habe nie Angst um Leib und Leben gehabt, sondern wurde herzlich und mit viel Toleranz und Interesse fr die westliche Kultur aufgenommen und knpfte Freundschaften, die sie bis heute pflegt.

Leicht machte ihr die Kontaktaufnahme ihre damalige Arbeit mit Flchtlingen in Deutschland, deren in der Heimat verbliebene Familien sie besuchte. „Die meisten Shne schrieben in ihren Briefen ja immer nur, wie gut es ihnen in Deutschland gehe, die freuten sich natrlich ber objektive Berichte aus der Fremde“, erzhlte sie. So lernte sie immer wieder junge Menschen kennen, die in Deutschland studieren wollten, um dann ihr Land mit neuen Ideen voranzubringen.

Ansonsten, machte sie deutlich, bezogen sich viele Iraner sehr bewusst auf die vorislamische Zeit und ignorierten manch Verbot und Zensur trotz Androhung harter Strafen. Erst recht seit einigen Jahren begehre die Jugend auf, wird zum Teil brutal unterdrckt, doch fge sich keinesfalls den starren, die Persnlichkeit einschrnkenden Gesetzen des Staates. Dazu trage natrlich auch bei, dass das Land sich unter Prsident Rohani langsam ffne und zumindest als Reiseziel seit einigen Jahren einen Boom erlebe.

„Als ich 2006 dort war, nutzten die meisten das Internet ganz selbstverstndlich, da sie im Grunde uerst weltoffen sind und inzwischen auch wieder die Hoffnung auf Reformen haben“, erzhlte Prasske.

Dazu zeigte sie etliche Fotos und las aus ihren Bchern, die sie ber die Reisen schrieb. „Leider sind die im Moment nur noch gebraucht erhltlich“, entschuldigte sie sich geradezu, „doch sie werden gerade neu aufgelegt und im Frhjahr knnen Sie sie dann wieder kaufen.“ Den Beschreibungen des Besuchs eine Moschee und einigen weiteren Begebenheiten nach zu urteilen, knnte sich der Kauf lohnen.

Ebenso lohnte sich, dass die Autorin einige Kleidungsstcke mitgebracht hatte, so beispielsweise ein kleines Seidentuch, das auch fr sie als Auslnderin berall als Verschleierung ausgereicht habe, was so kaum jemand ihrer Zuhrer vermutet htte.

Noch mehr Eindruck machte der fr manche Berufszweige verpflichtende Tschador, ein Umhang, der ber einem das Haar bedeckenden Schal getragen wird und dabei vorne festgehalten werden muss, so dass die Trgerin nicht einmal die Hnde frei hat. Fr uns uerst befremdlich und wider jegliche Individualitt, wie Ulrike Wiedl-Hbsch, Initiatorin der Osteroder Terre des hommes-Arbeitsgruppe, nach der Anprobe feststellte.

Gerade deshalb, so wurde an diesem Abend klar, sollte aus westlicher Sicht zwischen dem iranischen Staat und den Iranern unterschieden werden.















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