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Eifel-Blues von Jacques Berndorf

 

Eifel-Blues, Krimi

Grafit-Verlag 1989

260 Seiten, broschiert

ISBN 3-89425-442-4

8,90 €


Klappentext:

„Was will eine Prostituierte aus Köln nachts in der Eifel? Es ist kaum zwei Tage her, wir haben drei Leichen, zwei halbtotgeschlagene Männer, und eigentlich wissen wir nichts, absolut nichts. Sie sollten mir schnell die Rechnung machen, Herr Doktor.“

„Glauben Sie, dass Sie keine Zeit mehr haben, um mich zu bezahlen?“ Er grinste.

 

Drei Tote neben einem scharf bewachten Bundeswehrdepot in der Eifel: Verkehrsunfall? Eifersuchtstragödie? Spionageaffäre? Der Journalist Baumeister wird krankenhausreif geschlagen, sobald er seine Recherche begonnen hat. Aber das macht seine verbissene Wut nur noch größer.

 

In Eifel-Blues ließ Jacques Berndorf (Pseudonym des Journalisten Michael Preute) 1989 zum ersten Mal den Journalisten Siggi Baumeister in einem Mordfall recherchieren. Und das in der Eifel, in einer Gegend „am Arsch der Welt“. Hier, in der ländlichen Abgeschiedenheit, wo Baumeister zumindest in diesem ersten Band der Eifel-Krimis eigentlich nur Urlaub machen wollte, ereignen sich Dinge, wie sie sich in der restlichen literarischen Krimiwelt auch ereignen: Leichen pflastern die (Wald)wege und die Mörder laufen lange Zeit (253 Seiten lang) frei herum.

Sicher wäre Siggi Baumeister nur einer unter vielen Krimi-Helden, der trotz vieler Nackenschläge, blauer Flecken, gebrochener Rippen und blutiger Nase nicht aufgibt und zum Schluss dank der Hilfe eines aufgeweckten Kriminalisten und seiner attraktiven Kollegin Elsa den Fall mit Können und Glück löst.

Doch Siggi Baumeister ist mehr als nur Ermittler oder Rechercheur. Er ist eine Figur, mit der man sich als Leser sehr gut identifizieren kann, weil Berndorf es versteht, immer wieder den Menschen in den Vordergrund zu stellen und weniger den Helden. Sei es Baumeisters Liebe zur ländlichen Abgeschiedenheit, seine Neigung zum Einzelgängertum oder seine Unfähigkeit, sich partnerschaftlich fest zu binden. All diese Dinge sind lebensnah, wirken nicht aufgesetzt.

Besonders sympathisch wird die Figur Baumeister durch seine Liebe zu Katzen und seine Leidenschaft fürs Pfeiferauchen. So ist Krümel, Baumeisters Katze, ständiger Lieferant  amüsanter Episoden, und wer selbst ein Faible für Pfeifen hat, wird den Genuss nachempfinden können, mit dem sich Baumeister ein ums andere Mal ein Pfeifchen aus seiner großen Sammlung stopft. Doch auch der Nichtraucher wird am Ende des Buches schon etwas gelernt haben über Pfeifenmarken und –formen.

Wem das alles noch nicht genügt, der mag sich an den kantigen Eifel-Typen vergnügen, die im Eifel-Blues, wie auch in allen anderen  Eifel-Krimis von Jacques Berndorf das Geschehen bestimmen und ein Lokalkolorit versprühen, dem sich auch der Nicht-Eifler nur schwer entziehen kann.

Alles in Allem ist Eifel-Blues ein höchst unterhaltsamer Krimi, den man bei guter Kondition auch schon mal in einem Rutsch durchlesen kann. Zum Glück kann man zum Ende der Lektüre auf über ein halbes Dutzend weiterer Eifel-Krimis zurückgreifen. Somit wird dem Lesevergügen für lange Zeit kein Einhalt geboten.

 

Roland Lange

 

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