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Ein Islandpferd kommt selten allein von Roland Lange

 

Töltende Turbulenzen - Erlebnisse mit Hördur und Nonni

(satirische) Pferde-Geschichten

Kosmos Verlag, Stuttgart, 2003

Hardcover, 183 Seiten

ISBN 3-440-09485-5

12,90 €


Mit diesem Buch hat Roland Lange seinen holperigen Weg vom unbedarften Vater einer pferdeverückten Tochter bis zum leidenschaftlichen Islandpferdeliebhaber beschrieben - von dem Tage an, als er beiläufig den Satz fallen ließ: „Wenn denn überhaupt ein Pferd ,dann ein Islandpferd“, bis zu dem Moment, wo zwei Exemplare dieser Gattung zur Familie gehören und diese fest in der Hand haben.

Wie schon ein anderer Schriftsteller festellen musste, dass man nur noch Schadensbegrenzung betreiben kann, wenn sich die „Beste Ehefrau von allen“ etwas in den Kopf gesetzt hat, so musste auch Roland Lange feststellen, dass man gegen das holde Eheweib nicht ankommt; schon gar nicht, wenn diese von der eigenen Tochter unterstützt wird.

Und so beginnt sein steiniger, mit vielen skurrilen Begebenheiten und Tücken gepflassteter Weg zum stolzen Pferdebesitzer und Reiter, wobei er doch eigentlich immer den Drahtesel bevorzugt hatte.

Gewürzt mit einem guten Schuß Humor und Selbstironie entstand ein kurzweiliges Buch über Freud und Leid des Neueinsteigers in der Pferdehaltung.

Jene, die diesen Weg schon hinter sich haben, werden viele Situationen wiedererkennen und sich bestimmt eine schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen können. Jene, die ihn noch vor sich haben, können sich ja anhand des Buches schon einmal auf das einstimmen, worauf sie sich da einlassen wollen.

Alle Nicht-Pferdeverrückten bekommen hier einen humorvollen Einblick in die Welt der Pferdenarren und werden unter Umständen froh sein, dieser Sucht nicht anheim gefallen zu sein, oder es hat sie danach auch erwischt.

Auf jeden Fall ein amüsantes Buch für die kommende dunkle Jahreszeit, hervorragend geeignet zur Bekämpfung einer drohenden Winterdepression.

Als kleine Anmerkung für alle Nicht-Pferdenarren sei erwähnt, dass es sich bei dem häufig genannten Begriff Tölt (tölten) um eine spezielle Gangart des Islandpferdes handelt, beschrieben wie folgt:

 

Tölt (die 4. Gangart des Islandpferdes)

Tölt ist ein Viertakt ohne Schwebephase, bei dem das Pferd abwechselnd mit ein oder zwei Beinen auftritt. Im Bewegungsablauf wechseln sich Ein- und Zweibeinstützen ab, wobei die Zweibeinstützen abwechselnd lateral und diagonal sind.

Tölt wird in allen Geschwindigkeiten vom Arbeitstempo bis hin zum Renntempo geritten. Das Pferd geht dabei in stolzer Haltung, wobei der Reiter nahezu erschütterungsfrei sitzt.

Die Gangart Tölt ist dem Islandpferd angeboren und viele Fohlen kann man bereits direkt nach der Geburt über die Koppel tölten sehen.

Quelle: www.solbakki.de

 

Corina Bialek

 

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